Schon im kleinen Vorraum des Fuchsbaus ist das typische „Klick, klack, klack, klack“-Geräusch klar zu hören. Gespielt wird in der Sporthalle in Kleinzschocher vom Tischtennisverein Leutzscher Füchse – vormittags von den „Silberfüchsen“, der Hobbygruppe des Vereins. Etwa 70 Mitglieder spielen regelmäßig, rund 50 davon haben Parkinson, schätzt Bernhard Wiedemann, der die Gruppe betreut.
Das ist besonders, weil sich die Symptome von Parkinson oft kaum verbergen lassen: Zittern, kleinschrittiges Gehen, gelegentliche Stürze sowie Probleme mit Feinmotorik und dem Starten von Bewegungen – etwa beim Durchqueren einer Tür. Auch Gestik und Mimik wirken verlangsamt, das Gesicht wird schnell „maskenartig“, erklärt Laura Gutschow. Die Ergotherapeutin an der Leipziger Uniklinik erforscht gemeinsam mit Neurologischem Personal, wie Tischtennis konkret auf die Erkrankung wirkt. In der Ergotherapie werden bislang vor allem Alltagstätigkeiten trainiert, um das Gehirn zu aktivieren. „Wir üben dabei gezielt große Bewegungen, auch um im Falle eines Sturzes besser abfangen zu können“, sagt Gutschow. Für wirksame Therapien sind viele Wiederholungen nahe an der persönlichen Leistungsgrenze nötig – beim Tischtennis passiert das oft automatisch und macht zudem Spaß.
Auch Physiotherapeut Frank Neubert betont die Vorteile: Beim Spiel braucht man einen festen Stand, schnelle Reaktion und beim Rundlauf große Schritte. „Und wir merken auch den psychischen Effekt: Die Patienten blühen förmlich auf“, sagt er – egal ob mit den Therapeuten oder mit Angehörigen wie Enkelkindern. Wissenschaftlich ist die Wirkung von Tischtennis bei Parkinson jedoch noch nicht ausreichend belegt. Ein UKL-Projekt soll deshalb Unterschiede zur klassischen Ergo- und Physiotherapie untersuchen – auch, ob die Gruppenkomponente langfristig zu mehr Lebensqualität und besserer Stimmung beiträgt.
Denn Parkinson kann Rückzug und depressive Phasen fördern. Zudem führen körperliche Symptome teils zu Stigmatisierung, etwa wenn der wankende Gang mit Alkoholsucht verwechselt wird. Sport kann hier helfen – ob Tischtennis, Tai-Chi oder Boxen. Feste Termine geben Struktur, motivieren und stärken das Selbstbewusstsein. Gerade niederschwellige Angebote wie Tischtennis erleichtern den Einstieg.
So auch bei Sabine Petzold und ihrem Mann Manfred: Seit Februar 2026 trainieren beide zweimal pro Woche bei den Silberfüchsen. 2022 erhielt Sabine die Diagnose Parkinson; über einen Fernsehbeitrag erfuhren sie von der Möglichkeit, der Krankheit mit Tischtennis entgegenzuwirken. „Ich bin beweglicher geworden – und solange ich mich bewege, habe ich keine Schmerzen. Zu Hause würden wir nicht zwei Stunden am Stück um den Tisch rennen“, sagt die 69-Jährige. Ihrem Mann gefällt vor allem die Regelmäßigkeit: „Man bewegt sich genug und es macht auch Spaß. Wir müssen ja keine Profis sein“, ergänzt er lachend. Profi ist ihre Teamkollegin Viola Eberlein übrigens nicht – seit Oktober 2025 aber Weltmeisterin im „Ping-Pong-Parkinson“.
Klaus Barkhofen
Text (KI Unterstützung)
Foto: Leutzscher Füchse